Girokonto mit Prämie – jetzt bis zu € 150 sparen!

Lange Gesichter zeigen sich gerade überall in der Bevölkerung. Seit der Finanzkrise 2008/2009 wurde der Leitzins kontinuierlich nach unten gesetzt, bis er schließlich auf dem Rekordniveau von 0% angekommen ist. Mit anderen Worten: Banken bekommen von der Europäischen Zentralbank Geld und zahlen dafür keinen Cent an Zinsen. Zusätzlich müssen sie Strafzinsen in Höhe von 0,4% aufbringen, wenn das Kapital bei der EZB abgelegt wird. Eine historische Situation, wie es sie so noch nie gegeben hat. Diese Politik wirkt sich auf Konten und Tagesgeldern aus.

Da die Banken gezwungen sind, billige Kredite in den Umlauf zu bringen, können sie es sich folglich nicht leisten, hohe Zinsen auf Spareinlagen zu geben. Dies hat zur Folge, dass im schlimmsten Falle Girokonten mit Negativzinsen belastet werden. Dieser scheinbar schlecht klingende Scherz ist bereits in ein paar Fällen Realität geworden. Und dann ist noch die Inflation nicht zu vernachlässigen. Sie betrug im Februar im Euroraum 2,0%, in Deutschland sogar 2,2%. Der klassische Sparer in Form von Girokonto, Sparbuch und Tagesgeld steht vor einem immensen Problem. Nicht zuletzt eine ganze Branche, die Lebensversicherung. Tausende von Sparern müssen sich eingestehen, dass sie nicht die ihnen zu Beginn noch prognostizierten Summen ausbezahlt bekommen. Was also tun bei all diesen schlechten Nachrichten?

Das Beispiel des Coffee to go

Dirk Müller, auch Mr. Dax genannt, hat bei der Sendung “Markus Lanz” ein beeindruckendes Beispiel erläutert, wenn es um Ausgaben geht. Stellen Sie sich vor, Sie kaufen sich jeden Arbeitstag am Morgen einen Coffee to go zu 2,00€. Bei 250 Arbeitstagen pro Jahr macht dies einen Betrag von 500€ aus. Erstrecken wir diesen Zeitraum auf zehn Jahre, sind wir bei 5000€ angekommen. Damit lässt sich Besseres konsumieren als ein Coffee to go. Was bedeutet dies übertragen auf das Girokonto? Der Leser wird mir der unentbehrlichen Notwendigkeit eines solchen Kontos zustimmen. Soll nun eine monatliche Gebühr in Höhe von zum Beispiel vier Euro geduldet werden?

Das wären immerhin 48 Euro pro Jahr. Nicht viel, werden Sie vielleicht sagen. Bedenken Sie aber: Erstens sind 48 Euro 48€ und zweitens ist das nicht die einzige regelmäßige Ausgabe, die man vermeiden könnte. Nach dem Motto, Kleinvieh macht auch Mist. Lassen Sie sich diesbezüglich nicht unterkriegen. Der Mensch ist häufig sehr bequem und beharrt auf dem, was er hat. Oder warum wechseln so viele ihren Mobilfunkvertrag nicht, obwohl es weitaus günstigere zu ironischerweise besseren Konditionen gäbe? Bezeichnend dafür die Tatsache, dass einige Sparer nicht wissen, wie viel geschweige denn ob Gebühren für ihr Bankkonto verlangt werden. Sie sollten nicht zu dieser Gruppe gehören.

Worauf sollte man achten?

Lassen Sie sich nicht verunsichern. Es gibt sie noch, die Konten ohne Kontoführungsgebühren. Und dies ist sogleich ein wichtiges Kriterium. Suchen Sie sich ein Bankkonto aus, welches ohne Ausnahme kostenfrei ist, das bedeutet: Sie müssen weder einen Mindestgeldeingang pro Monat vorweisen noch bezahlen, wenn Kontoauszüge fällig sind. Versuchen Sie Überweisungen per Hand zu vermeiden und stattdessen auf das Online-Banking zurückzugreifen. Banken lassen sich durchaus immer amüsantere Methoden einfallen, um ihre Kosten decken zu können. Dazu gehören zum Zweiten auch die Dispozinsen.

Verbraucherschützer klagen immer wieder darüber, dass eine rechtzeitige Anpassung jener Zinsen an die Marktbedingungen seitens der Bank nicht vollzogen wird. Fälle, in denen Tausende von Euros zu viel bezahlt wurden, sind keine Seltenheit. Es lohnt sich darüber nachzudenken, ob eine klassische Filialbank wirklich notwendig ist oder Sie Ihre Finanzgeschäfte nicht auch selbstständig erledigen können, ohne Beratung. Direktbanken bedeuten nämlich häufig weniger Gebühren, da geringere Kosten anfallen, etwa wegen wegfallendem Bankpersonal. Seien Sie weiter vorsichtig mit zusätzlichen Serviceeinrichtungen, die Sie gar nicht brauchen, zum Beispiel einer kostenpflichtigen Kreditkarte.

Girokonto mit Prämie

Nicht nur beim täglichen Einkauf im Supermarkt wird mit attraktiven Angeboten geworben. Dieses Geschäft hat längst Einzug in den Bankensektor gefunden. Mit einer Konto Prämie verteilt die Bank ein symbolisches Zuckerl und freut sich über den ein oder anderen Neukunden. Vorsicht ist jedoch angebracht. So schön ein solches Angebot auf den ersten Blick auch sein mag, im Hintergrund lauern die versteckten Kosten auf. Eine beliebte Variante ist etwa die Zahlung einer Geldprämie bei Kontoeröffnung, wobei ein Mindestgeldeingang pro Monat nun stets erfolgen muss, um der Kontogebühr aus dem Wege zu gehen. Aus einer vielversprechenden Studentenkonto Prämie kann schnell ein Kostenbündel entstehen, welches den Gewinn rasch auffrisst.

Die Hopping-Strategie

Zwangsläufig erfolgt aus dem vorhergehenden Abschnitt die Überlegung, möglichst viele solcher Prämien in Anspruch zu nehmen. Schnell bei einer Bank das Girokonto eröffnen, die Prämie abkassieren und weiter zur nächsten. So sieht der Idealfall aus. In der Praxis existieren jedoch drei Hindernisse: die eigene Bequemlichkeit, sich diesen zusätzlichen Aufwand anzutun.

Zweitens bauen manche Banken eine Sperrfrist ein, bei der die Prämie nur ausgezahlt wird, wenn der Kunde für eine Mindestzeit sein Konto beibehält. Drittens ist unklar, inwiefern Ungemütlichkeiten auftreten könnten mit der Schufa, Bafin oder anderen Institutionen bei auffallend hoher Kontowechselfrequenz. Andererseits hat ein Bankkunde stets das Recht, ohne Angabe von Gründen seine Bank zu wechseln. Übrigens können Sie nach einer gewissen Zeit wieder zu Ihrer alten Bank zurückkehren, um eine Girokonto mit Prämie erneut zu kassieren. Viele Kreditinstitute definieren einen Neukunden als jemanden, welcher seit einem bestimmten Zeitraum nicht Kunde war. Diese Hopping-Strategie funktioniert auch bei Tagesgeldern und lässt sich besonders gut anwenden, wenn Sie in Partnerschaft leben. Somit kann eine Prämie doppelt genutzt werden.

Die Konten vergleichen

Da jeder ein Girokonto besitzt, nutzen Sie Ihre soziale Ressource und fragen bei Freunden und Verwandten nach, welche Bank sie nutzen. Des Weiteren existieren Printmedien, wie die Finanztest, die über Kostenfallen von Konten und anderes aufklärt. Im Internet sind zahlreiche Girokonto Tests zu finden, die eine Übersicht über die besten Konten geben. Ein ausführlicher Blick auf die Homepage der jeweiligen Bank lohnt sich ebenso wie auch das konkrete Nachfragen bei aufkommenden Zweifeln, zum Beispiel wenn es um die Höhe des Dispozinses geht. Lassen Sie sich, wenn notwendig, das Preis-Leistungsverzeichnis aushändigen. Denn, wenn eines auch in diesen Zeiten vermieden werden kann, dann ein kostenpflichtiges Girokonto.

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